Das Verhalten von Katzen
Das Benehmen der Katze erscheint uns manchmal unmöglich und entspricht häufig nicht unseren Erwartungen. Das Verhaltensprofil reicht von totalem Desinteresse über Missachtung unserer Person bis zu übertriebenem Aufmerksamkeitsbedürfnis mit Schmuseeinheiten. Es sind auch keine Regeln zu erkennen, wann und zu welchen Anlässen die einzelnen unterschiedlichen Verhaltensschemata zu erwarten sind. Eine Katze wird von uns Menschen wohl niemals richtig durchschaut werden. Man könnte schon fast zu der Auffassung gelangen, unser Stubentiger macht absichtlich immer das genaue Gegenteil von dem, was wir erwarten oder wünschen.
Bekanntermaßen halten Katzen, im Gegensatz zu Hunden, von Gehorsam nicht besonders viel. Generell unterscheiden sie sich in ihrem Gesamtverhalten vom „Besten Freund des Menschen“ deutlich. Wie heißt es doch so schön im letzten Lied des Musicals „Cats“: „Wohl dem, der sich zuvor besinnt, dass Katzen keine Hunde sind“. Andrew Loyd Webber hat hier eine wunderbare Musik für die Texte von T. S. Eliot geschrieben. In seinen Gedichten, die im Buch „Old Possum`s Book of Practical Cats“ erschienen, beschreibt er in poetischer Weise das ganze Spektrum der Verhaltenseigenheiten und Macken von Katzen.
Man sitzt am Tisch und schreibt einen Brief. Was macht unsere Katze ? Sie legt sich in ihrer ganzen Länge auf das Blatt Papier, ein Weiterschreiben ist nicht mehr möglich. In ihrer Jugend probieren Katzen gern jeglichen Unsinn aus. Gardinenklettern ist da nur ein kleineres Übel. Spannend wird es, wenn Gläser oder Tassen als Spielzeug entdeckt werden, Seidenblusen sollten nicht achtlos liegen gelassen werden. Wenn unsere Katze uns beeindrucken will, geht es wie ein wild gewordener Handfeger mit einem Affenzahn über Stühle und Tische. Dazu wird eine gar grimmige Miene aufgesetzt und Kätzchen offenbart seine schauspielerischen Fähigkeiten. Wenig später schnurrt man jedoch schon wieder und streift um die Beine. Ja, ja, unsere Lieblinge können sich schon ganz gut selbst darstellen, jeweils nach Lust und Laune. Wahrscheinlich erwarten sie von uns dann auch noch, dass wir immer das ihnen gebührende Verständnis aufbringen.
